Die Sonette an Orpheus
Geschrieben als ein Grab-mal für Wera Ouckama Knoop
Ranier Maria Rilke
1
Da stieg ein Baum. O reine Übersteigung!
O Orpheus singt! O hoher Baum in Ohr!
Und alles schwieg. Doch selbst in der Verschweigung
ging neuer Anfang, Wink und Wandlung vor.
Tiere aus Stille drangen aus dem klaren
gelösten Wald von Lager and Genist;
und da ergab sich, dass sie nicht aus List
und nicht aus Angst in sich so leise waren,
sondern aus Hören. Brüllen, Schrei, Geröhr
schien klein in ihren Herzen. Und wo eben
kaum eine Hütte war, dies zu empfangen,
ein Unterschlupf aus dunkelstem Verlangen
mit einem Zugang, dessen Pfosten beben,--
da schufst du ihnen Tempel im Gehör.
2
Und fast ein Mädchen wars ung ging hervor
aus diesem einigen Glück von Sang und Leier
und glänzte klar durch ihre Frühlingsschleier
und machte sich ein Bett in meinem Ohr.
Und schlief in mir. Und alles war ihr Schlaf.
Die Bäume, die ich je bewundert, diese
fühlbare Ferne, die gefühlte Wiese
und jedes Staunen, das mich selbst betraf.
Sie schlief die Welt. Singender Gott, wie hast
du sie vollendet, dass sie nicht begehrte,
erst wach zu sein? Sieh, sie erstand und schlief.
Wo ist ihr Tod? O, wirst du dies Motiv
erfinden noch, eh sich dein Lied verzehrte?--
Wo sinkt sie hin aus mir?... Ein Mädchen fast...
3
Ein Gott vermags. Wie aber, sag mir, soll
ein Mann ihm folgen durch die schmale Leier?
Sein Sinn ist Zwiespalt. An der Kreuzung zweier
Herzwege steht kein Tempel für Apoll.
Gesang, wie du ihn lehrst, ist nicht Begehr,
nicht Werbung um ein endlich noch Erreichtes;
Gesang ist Dasein. Für den Gott ein Leichtes.
Wann aber sind wir? Und wann wendet er
an unser Sein die Erde und die Sterne?
Dies ists nicht, Jüngling, dass du liebst, wenn auch
die Stimme dann den Mund dir aufstösst,--lerne
vergessen dass du aufsangst. Dass verrinnt.
In Wahrheit singen, ist ein andrer Hauch.
Ein Hauch um nichts. Ein Wehn im Gott. Ein Wind.
4
O ihr Zärtlichen, tretet zuweilen
in den Atem, der euch nicht meint,
lasst ihn an eueren Wangen sich teilen,
hinter euch zittert er, wieder vereint.
O ihr Seligen, o ihr Heilen,
die ihr der Anfang der Herzen scheint.
Bogen der Pfeile und Ziele von Pfeilen,
ewiger glänzt euer Lächeln verweint.
Fürchtet euch nicht zu leiden , die Schwere,
gebt sie zurück an der Erde Gewicht;
schwer sind die Berge, schwer sind die Meere.
Selbst die als Kinder ihr pflanztet, die Bäume,
wurden zu schwer längst; ihr trüget sie nicht.
Aber die Lüfte...aber die Räume...
5
Errichtet keinen Denkstein. Lasst die Rose
nur jedes Jahr zu seinen Gunsten blühn.
Denn Orpheus ists. Seine Metamorphose
in dem und dem. Wir sollen uns nicht mühn
um andre Namen. Ein für alle Male
ists Orpheus, wenn es singt. Er kommt und geht.
Ists nicht schon viel, wenn er die Rosenschale
um ein paar Tage manchmal übersteht?
O wie er schwinden muss dass ihrs begrifft!
Und wenn ihm selbst auch bangte, dass er schwände.
Indem sein Wort das Hiersein übertrifft,
ist er schon dort, wohin ihrs nicht begleitet.
Der Leier Gitter zwängt ihm nicht die Hände.
Und er gehorcht, indem er überschreitet .
6
Ist er ein Hiesiger? Nein, aus beiden
Reichen erwuchs seine weite Natur.
Kundiger böge die Zweige der Weiden,
wer die Wurzeln der Weiden erfuhr.
Geht ihr zu Bette, so lasst auf dem Tische
Brot nicht und Milch nicht; die Toten ziehts--.
Aber er, der Beschwörende, mische
unter der Milde des Augenlids
ihre Erscheinung in alles Geschaute;
und der Zauber von Erdrauch und Raute
sei ihm so wahr wie der klarste Bezug.
Nichts kann das gültige Bild ihm verschlimmern;
sei es aus Gräbern, sei es aus Zimmern,
rühme er Fingerring, Spange und Krug.
7
Rühmen, das ists! Ein zum Rühmen Bestellter,
ging er hervor wie das Erz aus des Steins
Schweigen. Sein Herz, o vergängliche Kelter
eines den Menschen unendlichen Weins.
Nie versagt ihm die Stimme am Staube,
wenn ihn das göttliche Beispiel ergreift.
Alles wird Weinberg, alles wird Traube,
in seinem fühlenden Süden gereift.
Nicht in den Grüften der Könige Moder
straft ihm die Rühmung Lügen, oder
dass von den Göttern ein Schatten fällt.
Er ist einer der bleibenden Boten,
der noch weit in die Türen der Toten
Schalen mit rühmlichen Früchten hält.
8
Nur im Raum der Rühmung darf die Klage
gehn, die Nymphe des geweinten Quells,
wachend über unserm Niederschlage,
dass er klar sei an demselben Fels,
der die Tore trägt und die Altäre.--
Sieh, um ihre stillen Schultern früht
das Gefühl, dass sie die jüngste wäre
unter den Geschwistern im Gemüt.
Jubel weiss, und Sehnsucht ist geständig,--
nur die Klage lernt noch; mädchenhändig
zählt sie nächtelang das alte Schlimme.
Aber plötzlich, schräg und ungeübt,
hält sie doch ein Sternbild unsrer Stimme
in den Himmel, den ihr Hauch nicht trübt.
9
Nur wer die Leier schon hob
auch unter Schatten,
darf das unendliche Lob
ahnend erstatten.
Nur wer mit Toten vom Mohn
ass, von dem ihren,
wird nicht den leisesten Ton
wieder verlieren.
Mag auch die Spieglung im Teich
oft uns verschwimmen:
Wisse das Bild.
Erst in dem Doppelbereich
werden die Stimmen
ewig und mild.
10
Euch, die ihr nie mein Gefühl verliesst,
grüss ich, antikische Sarkophage,
die das fröhliche Wasser römische Tage
als ein wandelndes Lied durchfliesst.
Oder jene so offenen, wie das Aug
eines frohen erwachenden Hirten,
--innen voll Stille und Bienensaug--
denen entzückte Falter entschwirrten;
alle, die man dem Zweifel entreisst,
grüss ich, die wiedergeöffneten Munde,
die schon wussten, was schweigen heisst.
Wissen wirs, Freunde, wissen wirs nicht?
Beides bildet die zögernde Stunde
in dem menschlichen Angesicht.
11
Sieh den Himmel. Heisst kein Sternbild "Reiter"?
Denn dies ist uns seltsam eingeprägt:
dieser Stolz aus Erde. Und ein zweiter,
der ihn treibt und hält und den er trägt.
Ist nicht so, gejagt und dann gebändigt,
diese sehnige Natur des Seins?
Weg und Wendung. Doch ein Druck verständigt.
Neue Weite. Und die zwei sind eins.
Aber sind sie's? Oder meinen beide
nicht den Weg, den sie zusammen tun?
Namenlos schon trennt sie Tisch und Weide.
Auch die sternische Verbindung trügt.
Doch uns freue eine Weile nun,
der Figur zu glauben. Das genügt.
12
Heil dem Geist, der uns verbinden mag;
denn wir leben wahrhaft in Figuren.
Und mit kleinen Schritten gehn die Uhren
neben unserm eigentlichen Tag.
Ohne unsern wahren Platz zu kennen,
handeln wir aus wirklichem Bezug.
Die Antennen fühlen die Antennen,
und die leere Ferne trug...
Reine Spannung. O Musik der Kräfte!
Ist nicht durch die lässlichen Geschäfte
jede Störung von dir abgelenkt?
Selbst wenn sich der Bauer sorgt und handelt,
wo die Saat in Sommer sich verwandelt,
reicht er niemals hin. Die Erde schenkt.
13
Voller Apfel, Birne und Banane,
Stachelbeere... Alles dieses spricht
Tod und Leben in den Mund... Ich ahne...
Lest es einem Kind vom Angesicht,
wenn es sie erschmeckt. Dies komt von weit.
Wird euch langsam namenlos im Munde?
Wo sonst Worte waren, fliessen Funde,
aus dem Fruchtfleisch überrascht befreit.
Wagt zu sagen, was ihr Apfel nennt.
Diese Süsse, die sich erst verdichtet,
um, im Schmecken leise aufgerichtet,
klar zu werden, wach und transparent,
doppeldeutig, sonnig, erdig, hiesig--:
O Erfahrung, Fühlung, Freude--, riesig!
14
Wir gehen um mit Blume, Weinblatt, Frucht.
Sie sprechen nicht die Sprache nur des Jahres.
Aus Dunkel steigt ein buntes Offenbares
und hat vielleicht den Glanz der Eifersucht
der Toten an sich, die die Erde stärken.
Was wissen wir von ihrem Teil an dem?
Es ist seit lange ihre Art, den Lehm
mit ihrem freien Marke zu durchmärken.
Nun fragt sich nur: tun sie es gern?...
Drängt diese Frucht, ein Werk von schweren Sklaven,
geballt zu uns empor, zu ihren Herrn?
Sind sie die Herrn, die bei den Wurzeln schlafen,
und gönnen uns aus ihren Überflüssen
dies Zwischending aus stummer Kraft und Küssen?
15
Wartet..., das schmeckt... Schon ists auf der Flucht.
...Wenig Musik nur, ein Stampfen, ein Summen--:
Mädchen, ihr warmen, Mädchen, ihr stummen,
tanzt den Geschmack der erfahrenen Frucht!
Tanzt die Orange . Wer kann sie vergessen,
wie sie, ertrinkend in sich, sich wehrt
wider ihr Süßsein. Ihr habt sie besessen.
Sie hat sich köstlich zu euch bekehrt.
Tanzt die Orange . Die wärmere Landschaft,
werft sie aus euch, dass die reife erstrahle
in Lüften der Heimat! Erglühte, enthüllt
Düfte um Düfte! Schafft die Verwandtschaft
mit der reinen, sich weigernden Schale,
mit dem Saft, der die glückliche füllt!
16
Du, mein Freund, bist einsam, weil...
Wir machen mit Worten und Fingerzeigen
uns allmählich die Welt zu eigen,
vielleicht ihren schwächsten, gefährlichsten Teil.
Wer zeigt mit Fingern auf einen Geruch?--
Doch von den Kräften, die uns bedrohten,
fühlst du viele... Du kennst die Toten,
und du erschrickst vor dem Zauberspruch.
Sieh, nun heisst es zusammen ertragen
Stückwerk und Teile, als sei es das Ganze.
Dir helfen, wird schwer sein. Vor allem: pflanze
mich nicht in dein Herz. Ich wüchse zu schnell.
Doch meines Herrn Hand will ich führen und sagen:
Hier. Das ist Esau in seinem Fell.
17
Zu unterst der Alte, verworrn,
all der Erbauten
Wurzel, verborgener Born,
den sie nie schauten.
Sturmhelm und Jägerhorn,
Spruch von Ergrauten,
Männer im Bruderzorn,
Frauen wie Lauten...
Drängender Zweig an Zweig,
nirgends ein freier...
Einer! o steig...o steig...
Aber sie brechen noch.
Dieser erst oben doch
biegt sich zur Leier.
18
Hörst du das Neue, Herr,
dröhnen und beben?
Kommen Verkündiger,
die es erheben.
Zwar ist kein Hören heil
in dem Durchtobtsein,
doch der Maschinenteil
will jetzt gelobt sein.
Sieh, die Maschine:
wie sie sich wälzt und rächt
und uns entstellt und schwächt.
Hat sie aus uns auch Kraft,
sie, ohne Leidenschaft,
treibe und diene.
19
Wandelt sich rasch auch die Welt
wie Wolkengestalten,
alles Vollendete fällt
heim zum Uralten.
Über dem Wandel und Gang,
weiter und freier,
währt noch dein Vor-Gesang,
Gott mit der Leier.
Nicht sind die Leiden erkannt,
nicht ist die Liebe gelernt,
und was im Tod uns entfernt,
ist nicht entschleiert.
Einzig das Lied überm Land
heiligt und feiert.
20
Dir aber, Herr, o was weih ich dir, sag,
der das Ohr den Geschöpfen gelehrt?--
Mein Erinnern an einen Frühlingstag,
seinen abend, in Russland--, ein Pferd...
Herüber vom Dorf kam der Schimmel allein,
an der vorderen Fessel den Pflock,
um die Nacht auf den Wiesen allein zu sein;
wie schlug seiner Mähne Gelock
an den Hals im Takte des Übermuts,
bei dem grob gehemmten Galopp.
Wie sprangen die Quellen des Rossebluts!
Der fühlte die Weiten, und ob!
der sang und der hörte--, dein Sagenkreis
war in ihm geschlossen.
Sein Bild: ich weih's.
21
Frühling ist wiedergekommen. Die Erde
ist wie ein Kind, das Gedichte weiss;
viele, o viele... Für die Beschwerde
langen Lernens bekommt sie den Preis.
Streng war ihr Lehrer. Wir mochten das Weisse
an dem Barte des alten Manns.
Nun, wie das Grüne, das Blaue heisse,
dürfen wir fragen: sie kanns, sie kanns!
Erde, die frei hat, du glückliche, spiele
nun mit den Kindern. Wir wollen dich fangen,
fröhliche Erde. Dem Frohsten gelingts.
O, was der Lehrer sie lehrte, das Viele,
und was gedruckt steht in Wurzeln und langen
schwierigen Stämmen: sie singts, sie singts!
22
Wir sind die Treibenden.
Aber den Schritt der Zeit,
nehmt ihn als Kleinigkeit
im immer Bleibenden.
Alles das Eilende
wird schon vorüber sein;
denn das Verweilende
erst weiht uns ein.
Knaben, o werft den Mut
nicht in die Schnelligkeit,
nicht in den Flugversuch.
Alles ist ausgeruht:
Dunkel und Helligkeit,
Blume und Buch.
23
O erst dann, wenn der Flug
nicht mehr um seinetwillen
wird in die Himmelsstillen
steigen, sich selber genug,
um in lichten Profilen,
als das Gerät, das gelang,
Liebling der Winde zu spielen,
sicher schwenkend und schlank,--
erst wenn ein reines Wohin
wachsender Apparate
Knabenstolz überwiegt,
wird, überstürzt von Gewinn,
jener den Fernen Genahte
sein, was er einsam erfliegt.
24
Sollen wir unsere uralte Freundschaft, die grossen
niemals werbenden Götter, weil sie der harte
Stahl, den wir streng erzogen, nicht kennt, verstossen
oder sie plötzlich suchen auf einer Karte?
Diese gewaltigen Freunde, die uns die Toten
nehmen, rühren nirgends an unsere Räder.
Unsere Gastmähler haben wir weit--, unsere Bäder,
fortgerückt, und ihre uns lang schon zu langsamen Boten
überholen wir immer. Einsamer nun aufeinander
ganz angewiesen, ohne einander zu kennen,
führen wir nicht mehr die Pfade als schöne Mäander,
sondern als Grade. Nur noch in Dampfkesseln brennen
die einstigen Feuer und heben die Hämmer, die immer grössern. Wir aber nehmen an Kraft ab, wie Schwimmer.
25
Dich aber will ich nun, dich , die ich kannte
wie eine Blume, von der ich den Namen nicht weiss,
noch ein Mal erinnern und ihnen Zeigen, Entwandte,
schöne Gespielin des unüberwindlichen Schreis.
Tänzerin erst, die plötzlich, den Körper voll Zögern,
anhielt, als göss man ihr Jungsein in Erz;
trauernd und lauschend--. Da von den hohen Vermögern
fiel ihr Musik in das veränderte Herz.
Nah war die Krankheit. Schon von den Schatten bemächtigt,
drängte verdunkelt das Blut, doch, wie flüchtig verdächtigt,
trieb es in seinen natürlichen Frühling hervor.
Wieder und wieder, von Dunkel und Sturz unterbrochen,
glänzte es irdisch. Bis es nach schrecklichem Pochen
trat in das trostlos offene Tor.
26
Du aber, Göttlicher, du, bis zuletzt noch Ertöner,
da ihn der Schwarm der verschmähten Mänaden befiel,
hast ihr Geschrei übertönt mit Ordnung, du Schöner,
aus den Zerstörenden stieg dein erbauendes Spiel.
Keine war da, dass sie Haupt dir und Leier zerstör',
wie sie auch rangen und rasten; und alle die scharfen
Steine, die sie nach deinem Herzen warfen,
wurden zu Sanftem an dir und begabt mit Gehör.
Schliesslich zerschlugen sie dich, von der Rache gehetzt,
während dein Klang noch in Löwen und Felsen verweilte
und in den Bäumen und Vögeln. Dort singst du noch jetzt.
O du verlorener Gott! Du unendliche Spur!
Nur weil dich reissend zuletzt die Feindschaft verteilte,
sind wir die Hörenden jetzt und ein Mund der Natur.
II
1
Atmen, du unsichtbares Gedicht!
Immerfort um das eigne
Sein rein eingetauschter Weltraum. Gegengewicht,
in dem ich mich rhythmisch ereigne.
Einzige Welle, deren
allmähliches Meer ich bin;
sparsamstes du von allen möglichen Meeren,--
Raumgewinn.
Wie viele von diesen Stellen der Räume waren schon
innen in mir. Manche Winde
sind wie mein Sohn.
Erkennst du mich , Luft, du, voll noch einst meiniger Orte?
Du, einmal glatte Rinde,
Rundung und Blatt meiner Worte.
2
So wie dem Meister manchmal das eilig
nähere Blatt den wirklichen Strich
abnimmt: so nehmen oft Spiegel das heilig
einzige Lächeln der Mädchen in sich,
wenn sie den Morgen erproben, allein,--
oder im Glanze der dienenden Lichter.
Und in das Atmen der echten Gesichter,
später, fällt nur ein Widerschein.
Was haben Augen einst ins umrusste
lange Verglühn der Kamine geschaut:
Blicke des Lebens, für immer verlorne.
Ach, der Erde, wer kennt die Verluste?
Nur, wer mit dennoch preisendem Laut
sänge das Herz, das ins Ganze geborne.
3
Spiegel: noch nie hat man wissend beschrieben,
was ihr in euerem Wesen seid.
Ihr, wie mit lauter Löchern von Sieben
erfüllten Zwischenräume der Zeit.
Ihr, noch des leeren Saales Verschwender--,
wenn es dämmert, wie Wälder weit...
Und der Lüster geht wie ein Sechzehn-Ender
durch eure Unbetretbarkeit.
Manchmal sind ihr voll Malerei.
Einige scheinen in euch gegangen--,
andere schicktet ihr scheu vorbei.
Aber die Schönste wird bleiben, bis
drüben in ihre enthaltenen Wangen
eindrang der klare gelöste Narziss.
4
O dieses ist das Tier, das es nicht gibt.
Sie wusstens nicht und habens jeden Falls
--sein Wandeln, seine Haltung, seinen Hals,
bis in des stillen Blickes Licht--geliebt.
Zwar war es nicht. Doch weil sie's liebten, ward
ein reines Tier. Sie liessen immer Raum.
Und in dem Raume, klar und ausgespart,
erhob es leicht sein Haupt und brauchte kaum
zu sein. Sie nährten es mit keinem Korn,
nur immer mit der Möglichkeit, es sei.
Und sie gab solche Stärke an das Tier,
dass es aus sich ein Stirnhorn trieb. Ein Horn.
Zu einer Jungfrau kam es weiss herbei--
und war im Silber-Spiegel und in ihr.
5
Blumenmuskel, der der Anemone
Wiesenmorgen nach und nach erschliesst,
bis in ihren Schooss das polyphone
Licht der lauten Himmel sich ergiesst,
in den stillen Blütenstern gespannter
Muskel des unendlichen Empfangs,
machmal so von Fülle übermannter,
dass der Ruhewink des Untergangs
kaum vermag die weitzurückgeschnellten
Blätterränder dir zurückzugeben:
du, Entschluss und Kraft von wieviel Welten!
Wir Gewaltsamen, wir währen länger.
Aber wann, in welchem aller Leben,
sind wir endlich offen und Empfänger?
6
Rose, du thronende, denen im Altertume
warst du ein Kelch mit einfachem Rand .
Uns aber bist du die volle zahllose Blume,
der unerschöpfliche Gegenstand.
In deinem Reichtum scheinst du wie Kleidung um Kleidung
um einen Leib aus nichts als Glanz;
aber dein einzelnes Blatt ist zugleich die Vermeidung
und die Verleugnung jedes Gewands.
Seit Jahrhunderten ruft uns dein Duft
seine süssesten Namen herüber;
plötzlich liegt er wie Ruhm in der Luft.
Dennoch, wir wissen ihn nicht zu nennen, wir raten...
Und Erinnerung geht zu ihm über,
die wir von rufbaren Stunden erbaten.
7
Blumen, ihr schliesslich den ordnenden Händen verwandte,
(Händen der Mädchen von einst und jetzt),
die auf dem Gartentisch oft von Kante zu Kante
lagen, ermattet und sanft verletzt,
wartend des Wassers, das sie noch einmal erhole
aus dem begonnenen Tod--, und nun
wieder erhobene zwischen die strömenden Pole
fühlender Finger, die wohlzutun
mehr noch vermögen, als ihr ahntet, ihr leichten,
wenn ihr euch wiederfandet im Krug,
langsam erkühlend und Warmes von Mädchen, wie Beichten,
von euch gebend, wie trübe ermüdende Sünden,
die das Gepflücktsein beging, als Bezug
wieder zu ihnen, die sich euch blühend verbünden.
8
In memoriam Egon von Rilke
Wenige ihr, die einstigen Kindheit Gespielen
in den zerstreuten Gärten der Stadt:
wie wir uns fanden und uns zögernd gefielen
und, wie das Lamm mit dem redenden Blatt,
sprachen als schweigende. Wenn wir uns einmal freuten,
keinem gehörte es. Wessen wars?
Und wie zergings unter allen den gehenden Leuten
und im Bangen des langen Jahrs.
Wagen umrollten uns fremd, vorübergezogen,
Häuser umstanden uns stark, aber unwahr,--und keines
kannte uns je. Was war wirklich im All?
Nichts. Nur die Bälle. Ihre herrlichen Bogen.
Auch nicht die Kinder... Aber manchmal trat eines,
ach ein vergehendes, unter den fallenden Ball.
9
Rühmt euch, ihr Richtenden, nicht der entbehrlichen Folter
und dass das Eisen nicht länger an Hälsen sperrt.
Keins ist gesteigert, kein Herz--, weil ein gewollter
Krampf der Milde euch zarter verzerrt.
Was es durch Zeiten bekam, das schenkt das Schafott
wieder zurück, wie Kinder ihr Spielzeug vom vorig
alten Geburtstag. Ins reine, ins hohe, ins torig
offene Herz träte er anders, der Gott
wirklicher Milde. Er käme gewaltig und griffe
strahlender um sich, wie Göttliche sind.
Mehr als ein Wind für die grossen gesicherten Schiffe.
Weniger nicht, als die heimliche leise Gewahrung,
die uns im Innern schweigend gewinnt
wie ein still spielendes Kind aus unendlicher Paarung.
10
Alles Erworbne bedroht die Maschine, solange
sie sich erdreistet, im Geist, statt im Gehorchen, zu sein.
Dass nicht der herrlichen Hand schöneres Zögern mehr prange,
zu dem entschlossenern Bau schneidet sie steifer den Stein.
Nirgends bleibt sie zurück, dass wir ihr ein Mal entrönnen
und sie in stiller Fabrik ölend sich selber gehört.
Sie ist das Leben,--sie meint es am besten zu können,
die mit dem gleichen Entschluss ordnet und schafft und zerstört.
Aber noch ist uns das Dasein verzaubert; an hundert
Stellen ist es noch Ursprung. Ein Spielen von reinen
Kräften, die keine berührt, der nicht kniet und bewundert.
Worte gehen noch zart am Unsäglichen aus...
Und die Musik, immer neu, aus den bebendsten Steinen,
baut im unbrauchbaren Raum ihr vergöttlichtes Haus.
11
Manche, des Todes, entstand ruhig geordnete Regel,
weiterbezwingender Mensch, seit du im Jagen beharrst;
mehr doch als Falle und Netz, weiss ich dich, Streifen von Segel,
den man hinuntergehängt in den höhligen Karst.
Leise liess man dich ein, als wärst du ein Zeichen,
Frieden zu feiern. Doch dann: rang dich am Rande der Knecht,
--und, aus den Höhlen, die Nacht warf eine Handvoll von bleichen
taumelnden Tauben ins Licht...
Aber auch das ist im Recht.
Fern von dem Schauenden sei jeglicher Hauch des Bedauerns,
nicht nur vom Jäger allein, der, was sich zeitig erweist,
wachsam und handelnd vollzieht.
Töten ist eine Gestalt unseres wandernden Trauerns...
Rein ist im heiteren Geist,
was an uns selber geschieht.
12
Wolle die Wandlung. O sei für die Flamme begeistert,
drin sich ein Ding dir entzieht, das mit Verwandlungen prunkt;
jener entwerfende Geist, welcher das Irdische meistert,
liebt in dem Schwung der Figur nichts wie den wendenden Punkt.
Was sich ins Bleiben verschliesst, schon ists das Erstarrte;
wähnt es sich sicher im Schutz des unscheinbaren Grau's?
Warte, ein Härtestes warnt aus der Ferne das Harte.
Wehe--: abwesender Hammer holt aus!
Wer sich als Quelle ergiesst, den erkennt die Erkennung;
und sie führt ihn entzückt durch das heiter Geschaffne,
das mit Anfang oft schliesst und mit Ende beginnt.
Jeder glückliche Raum ist Kind oder Enkel von Trennung,
den sie staunend durchgehn. Und die verwandelte Daphne
will, seit sie lorbeern fühlt, dass du dich wandelst in Wind.
13
Sei allem Abschied voran, als wäre er hinter
dir, wie der Winter, der eben geht.
Denn unter Wintern ist einer so endlos Winter,
dass, überwinternd, dein Herz überhaupt übersteht.
Sei immer tot in Eurydike--, singender steige,
preisender steige zurück in den reinen Bezug.
Hier, unter Schwindenden, sei, im Reiche der Neige,
sei ein klingendes Glas, das sich im Klang schon zerschlug.
Sei--und wisse zugleich des Nicht-Seins Bedingung,
den unendlichen Grund deiner innigen Schwingung,
dass du sie völlig vollziehst dieses einzige Mal.
Zu dem gebrauchten sowohl, wie zum dumpfen und stummen
Vorrat der vollen Natur, den unsäglichen Summen,
zähle dich jubelnd hinzu und vernichte die Zahl.
14
Siehe die Blumen, diese dem Irdischen treuen,
denen wir Schicksal vom Rande des Schicksals leihn,--
aber wer weiss es! Wenn sie ihr Welken bereuen,
ist es an uns, ihre Reue zu sein.
Alles will schweben. Da gehn wir umher wie Beschwerer,
legen auf alles uns selbst, vom Gewichte entzückt;
o was sind wir den Dingen für zehrende Lehrer,
weil ihnen ewige Kindheit glückt.
Nähme sie einer ins innige Schlafen und schliefe
tief mit den Dingen--: o wie käme er leicht,
anders zum anderen Tag, aus der gemeinsamen Tiefe.
Oder er bliebe vielleicht; und sie blühten und priesen
ihn, den Bekehrten, der nun den Ihrigen gleicht,
allen den stillen Geschwistern im Winde der Wiesen.
15
O Brunnen-Mund, du gebender, du Mund,
der unerschöpflich Eines, Reines, spricht,--
du, vor des Wassers fliessendem Gesicht,
marmorne Maske. Und im Hintergrund
der Aquädukte Herkunft. Weither an
Gräbern vorbei, vom Hang des Apennins
tragen sie dir dein Sagen zu, das dann
am schwarzen Altern deines Kinns
vorüberfällt in das Gefäss davor.
Dies ist das schlafend hingelegte Ohr,
das Marmor-Ohr, in das du immer sprichst.
Ein Ohr der Erde. Nur mit sich allein
redet sie also. Schiebt ein Krug sich ein,
so scheint es ihr, dass du sie unterbrichst.
16
Immer wieder von uns aufgerissen,
ist der Gott die Stelle, welche heilt.
Wir sind Scharfe, denn wir wollen wissen,
aber er ist heiter und verteilt.
Selbst die reine, die geweihte Spende
nimmt er anders nicht in seine Welt,
als indem er sich dem freien Ende
unbewegt entgegenstellt.
Nur der Tote trinkt
aus der hier von uns gehörten Quelle,
wenn der Gott ihm schweigend winkt, dem Toten.
Uns wird nur das Lärmen angeboten.
Und das Lamm erbittet seine Schelle
aus dem stilleren Instinkt.
17
Wo, in welchen immer selig bewässerten Gärten, an welchen
Bäumen, aus welchen zärtlich entblätterten Blüten-Kelchen
reifen die fremdartigen Früchte der Tröstung? Diese
köstlichen, deren du eine vielleicht in der zertretenen Wiese
deiner Armut findest. Von einem zum anderen Male
wunderst du dich über die Grösse der Frucht,
über ihr Heilsein, über die Sanftheit der Schale,
und dass sie der Leichtsinn des Vogels dir nicht vorwegnahm und nicht die Eifersucht
unten des Wurms. Gibt es denn Baüme, von Engeln beflogen,
und von veborgenen langsamen Gärtnern so seltsam gezogen,
dass sie uns tragen, ohne uns zu gehören?
Haben wir niemals vermocht, wir Schatten und Schemen,
durch unser voreilig reifes und wieder welkes Benehmen
jener gelassenen Sommer Gleichmut zu stören?
18
Tänzerin: o du Verlegung
alles Vergehens in Gang: wie brachtest du's dar.
Und der Wirbel am Schluss, dieser Baum aus Bewegung,
nahm er nicht ganz in Besitz das erschwungene Jahr?
Blühte nicht, dass ihn dein Schwingen von vorhin umschwärme,
plötzlich sein Wipfel von Stille? Und über ihr,
war sie nicht Sonne, war sie nicht Sommer, die Wärme,
diese unzählige Wärme aus dir?
Aber er trug auch, er trug, dein Baum der Ekstase.
Sind sie nicht seine ruhigen Früchte: der Krug,
reifend gestreift, und die gereiftere Vase?
Und in den Bildern: ist nicht die Zeichnung geblieben,
die deiner Braue dunkler Zug
rasch an die Wandung der eigenen Wendung geschrieben?
19
Irgendwo wohnt das Gold in der verwöhnenden Bank,
und mit Tausenden tut es vertraulich. Doch jener
Blinde, der Bettler, ist selbst dem kupfernen Zehner
wie ein verlorener Ort, wie das staubige Eck unterm Schrank.
In den Geschäften entlang ist das Geld wie zu Hause
und verkleidet sich scheinbar in Seide, Nelken und Pelz.
Er, der Schweigende, steht in der Atempause
alles des wach oder schlafend atmenden Gelds.
O wie mag sie sich schliessen bei Nacht, diese immer offene Hand.
Morgen holt sie das Schicksal wieder, und täglich
hält es sie hin: hell, elend, unendlich zerstörbar.
Dass doch einer, ein Schauender, endlich ihren langen Bestand
staunend begriffe und rühmte. Nur dem Aufsingenden säglich.
Nur dem Göttlichen hörbar.
20
Zwischen den Sternen, wie weit; und doch, um wievieles noch weiter,
was man am Hiesigen lernt.
Einer, zum Beispiel, ein Kind...und ein Nächster, ein Zweiter--,
o wie unfasslich entfernt.
Schicksal, es misst uns vielleicht mit des Seienden Spanne,
dass es uns fremd erscheint;
denk, wieviel Spannen allein vom Mädchen zum Manne,
wenn es ihn meidet und meint.
Alles ist weit--, und nirgends schliesst sich der Kreis.
Sieh in der Schüssel, auf heiter bereitetem Tische,
seltsam der Fische Gesicht.
Fische sind stumm..., meinte man einmal. Wer weiss?
Aber ist nicht am Ende ein Ort, wo man das, was der Fische
Sprache wäre, ohne sie spricht?
21
Singe die Gärten, mein Herz, die du nicht kennst; wie in Glas
eingegossene Gärten, klar, unerreichbar.
Wasser und Rosen von Ispahan oder Schiras,
singe sie selig, preise sie, keinem vergleichbar.
Zeige, mein Herz, dass du sie niemals entbehrst.
Dass sie dich meinen, ihre reifenden Feigen.
Dass sie mit ihren, zwischen den blühenden Zweigen
wie zum Gesicht gesteigerten Lüften verkehrst.
Meide den Irrtum, dass es Entbehrungen gebe
für den geschehnen Entschluss, diesen: zu sein!
Seidener Faden, kamst du hinein ins Gewebe.
Welchem der Bilder du auch im Innern geeint bist
(sei es selbst ein Moment aus dem Leben der Pein),
fühl, dass der ganze, der rühmliche Teppich gemeint ist.
22
O trotz Schicksal: die herrlichen Überflüsse
unseres Daseins, in Parken übergeschäumt,--
oder als steinerne Männer neben die Schlüsse
hoher Portale, unter Balkone gebäumt!
O die eherne Glocke, die ihre Keule
täglich wider den stumpfen Alltag hebt.
Oder die eine, in Karnak , die Säule, die Säule,
die fast ewige Tempel überlebt.
Heute stürzen die Überschüsse, dieselben,
nur noch als Eile vorbei, aus dem waaagrechten gelben
Tag in die blendend mit Licht übertriebene Nacht.
Aber das Rasen zergeht und lässt keine Spuren.
Kurven des Flugs durch die Luft und die, die sie fuhren,
keine vielleicht ist umsonst. Doch nur wie gedacht.
23
Rufe mich zu jener deiner Stunden,
die dir unaufhörlich widersteht:
flehend nah wie das Gesicht von Hunden,
aber immer wieder weggedreht,
wenn du meinst, sie endlich zu erfasssen.
So Entzognes ist am meisten dein.
Wir sind frei. Wir wurden dort entlassen,
wo wir meinten, erst begrüsst zu sein.
Bang verlangen wir nach einem Halte,
wir zu Jungen manchmal für das Alte
und zu alt für das, was niemals war.
Wir, gerecht nur, wo wir dennoch preisen,
weil wir, ach, der Ast sind und das Eisen
und das Süsse reifender Gefahr.
24
O diese Lust, immer neu, aus gelockertem Lehm!
Niemand beinah hat den frühesten Wagern geholfen.
Städte entstanden trotzdem an beseligten Golfen,
Wasser und Öl füllten die Krüge trotzdem.
Götter, wir planen sie erst in erkühnten Entwürfen,
die uns das mürrische Schicksal wieder zerstört.
Aber sie sind die Unsterblichen. Sehet, wir dürfen
jenen erhorchen, der uns am Ende erhört.
Wir, ein Geschlecht durch Jahrtausende: Mütter und Väter,
immer erfüllter von dem künftigen Kind,
dass es uns einst, übersteigend, erschüttere, später.
Wir, wir unendlich Gewagten, was haben wir Zeit!
Und nur der schweigsame Tod, der weiss, was wir sind
und was er immer gewinnt, wenn er uns leiht.
25
Schon, horch, hörst du der ersten Harken
Arbeit; wieder den menschlichen Takt
in der verhaltenen Stille der starken
Vorfrühlingserde. Unabgeschmackt
scheint dir das Kommende. Jenes so oft
dir schon Gekommene scheint dir zu kommen
wieder wie Neues. Immer erhofft,
nahmst du es niemals. Es hat dich genommen.
Selbst die Blätter durchwinterter Eichen
scheinen im Abend ein künftiges Braun.
Manchmal geben sich Lüfte ein Zeichen.
Schwarz sind die Sträucher. Doch Haufen von Dünger
lagern als satteres Schwarz in den Au'n.
Jede Stunde, die hingeht, wird jünger.
26
Wie ergreift uns der Vogelschrei...
Irgendein einmal erschaffenes Schreien.
Aber die Kinder schon, spielend im Freien,
schreien an wirklichen Schreien vorbei.
Schreien den Zufall. In Zwischenräume
dieses, des Weltraums, (in welchen der heile
Vogelschrei eingeht, wie Menschen in Träume--)
treiben sie ihre, des Kreischens, Keile.
Wehe, wo sind wir? Immer noch freier,
wie die losgerissenen Drachen
jagen wir halbhoch, mit Rändern von Lachen,
windig zerfetzten.--Ordne die Schreier,
singender Gott! dass sie rauschend erwachen
tragend als Strömung das Haupt und die Leier.
27
Gibt es wirklich die Zeit, die zerstörende?
Wann, auf dem ruhenden Berg, zerbricht sie die Burg?
Dieses Herz, das unendlich den Göttern gehörende,
wann vergewaltigts der Demiurg?
Sind wir wirklich so ängstlich Zerbrechliche,
wie das Schicksal uns wahrmachen will?
Ist die Kindheit, die tiefe, versprechliche,
in den Wurzeln--später--still?
Ach, das Gespenst des Vergänglichen,
durch den arglos Empfänglichen
geht es, als wär es ein Rauch.
Als die, die wir sind, als die Treibenden,
gelten wir doch bei bleibenden
Kräften als göttlicher Brauch.
28
O komm und geh. Du, fast noch Kind, ergänze
für einen Augenblick die Tanzfigur
zum reinen Sternbild eines jener Tänze,
darin wir die dumpf ordnende Natur
vergänglich übertreffen. Denn sie regte
sich völlig hörend nur, da Orpheus sang.
Du warst noch die von damals her Bewegte
und leicht befremdet, wenn ein Baum sich lang
besann, mit dir nach dem Gehör zu gehn.
Du wusstest noch die Stelle, wo die Leier
sich tönend hob--; die unerhörte Mitte.
Für sie versuchtest du die schönen Schritte
und hofftest, einmal zu der heilen Feier
des Freundes Gang und Antlitz hinzudrehn.
29
Stiller Freund der vielen Fernen, fühle,
wie dein Atem noch den Raum vermehrt.
Im Gebälk der finstern Glockenstühle
lass dich läuten. Das, was an dir zehrt,
wird ein Starkes über dieser Nahrung.
Geh in der Verwandlung aus und ein.
Was ist deine leidendste Erfahrung?
Ist dir Trinken bitter, werde Wein.
Sei in dieser Nacht aus Übermass
Zauberkraft am Kreuzweg deiner Sinne,
ihrer seltsamen Begegnung Sinn.
Und wenn dich das Irdische vergass,
zu der stillen Erde sag: Ich rinne.
Zu dem raschen Wasser sprich: Ich bin.
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Sonnets to Orpheus
Written as a memorial for Wera Ouckama Knoop
translated by thgordon
1
A tree grew there. Oh, purest overgrowth!
Oh Orpheus sings! Oh high tree in the ear!
And all grew still. Yet in that silence, both
a new beginning and a change came here.
The animals thronged from the free and clear
woods silently, leaving their dens and lairs.
They didn't give themselves up out of fear,
nor as a ruse. This softening of theirs
arose from listening. Growl, cry and roar
they lacked the heart for, now. And where there'd been
hardly a hut to receive it in,
a dugout of dark longing in a clearing,
with only trembling posts to mark its door,
you built a temple for them in their hearing.
2
And then a girl, nearly, went from here,
out of this single joy of song and lyre,
and shined clear through her spring veil, to retire
into a bed she made inside my ear.
And slept within me. And her sleep was all:
amazing trees, that always made me melt,
the touching fields, the distances I felt,
each one and every wonder I recall.
She slept the world. How did you realize
her, Singing God, so she did not want merely
to be awake? See how she slept and rose.
Where is her death? And, will you now compose
a leitmotiv for her before your own song dies?--
Where does she sink from me?... A girl, nearly...
3
A god can. Tell me, though, how man can follow
him through the strings of slender lyres.
His sense is forked. In arteries' cross wires
you will not find a temple to Apollo.
The song, as you teach us, is not desire;
seduction leading to a conquering.
It's being. For a god, an easy thing.
When are we, though? And when will it transpire
that he will turn us on to earth and stars?
It's nothing that you love, not even, youth,
if your voice can pry open your mouth's bars.
Learn to forget this false song you've untinned.
It takes another breath to sing in truth.
A gust in God. A breath of nothing. Wind.
4
Oh you, the tender, once in a while,
step in the breath that won't mind you.
Let it divide as it touches your smile
and reunite as it feathers behind you.
It is in you that the advent of hearts--
oh, you the sacred and hale--appears.
A bow for the arrows, a board for the darts,
your smile will always shine on through your tears.
Do not fear pain. What is too much to bear,
give back to the earth. It can bear greater weight.
The mountains are heavy and so are the seas.
You can't bear much now--not even the trees
you planted as children; they've grown far too great.
And yet, the spaces...and yet, the air...
5
Don't raise a tombstone. Let the rose arrange
to bloom in tribute, year in and year out.
Because it's him. He's in it, and its change.
There's no need to concern ourselves about
his other names, because, once and for all,
what sings is Orpheus. He comes and goes.
It’s not a lot, that, even in the rose
bowl, some days pass before his fall?
Oh how he has to vanish, so you'll know
It's something that he fears, yet must allow.
In that his word surmounts the here-and-now,
he is already there, where you can't go.
The lyre's strings don't snare the hand that plays.
And, in that he surpasses, he obeys.
6
Is he from here? No, his vast nature shoots
up from both realms. Those who expertly bow
limbs of the willow are those who best know
from deep experience, roots.
When you sleep, do not leave milk out, or bread.
Left on the table, they draw the dead.
But deep beneath where the lid mildly fixes,
nevertheless, he, the spellbinder, mixes
them in with everything else he has painted.
To him, the magic of earth smoke and rue
rings like the clearest of chords, and as true.
Genuine images cannot be tainted.
Scattered through graves or left out on the rug,
he makes them glorious: ring, clasp and jug.
7
Glorious, that's it! He, glory's divine
provider, emerged from the stone's quietness
like ore. To the people, his heart is a press;
passing, it presses our undying wine.
When he is gripped by the godly example,
dust falls away; it cannot stop his mouth.
All becomes vineyard, all becomes ample,
all becomes ripe in his sensual south.
Neither the moldering kings' graves of old
nor that the ancient gods' shadow is falling
can strafe his glory to lies. Still, his calling
here as a herald remains. His pursuit,
deep in the doors of the dead, is to hold
bowls filled with glorious fruit.
8
Lament alone can walk in Glory's space.
Since she is the nymph of the crying spring,
she oversees our downfall; sees we fling
ourselves clear down upon the rocky face
that also bears the alters and the gates.
Around her quiet shoulders, see it start:
the dawning intuition that she rates
of all the siblings, as youngest at heart.
While Jubilation knows , and so rejoices,
and Longing must confess all that she longs,
Lament alone learns. She recounts old wrongs,
till suddenly, naively and awry,
she holds a constellation of our voices,
unclouded by her breath, up in the sky.
9
Only the one who has played
the lyre to shades,
grasps how the praise may be paid
that never fades.
Only who ate the dead's own
poppies will never
misplace the quietest tone
now or forever.
Though pond reflections swim wild,
fade, dance or scrimmage,
Know the image.
Voices can only grow mild
and never die
in mirrored sky.
10
I greet you, ancient sarcophagi
(In my heart, you will always belong.
Rome 's currents still happily fly
through you like a wandering song.)
or anything as open as the eye
of a happily waking shepherd girl--
within, stillness and honeysuckle lie--
out of which, enchanted butterflies swirl.
I greet whatever is wrested from doubt:
the mouth that is open again, without
having forgotten silence's power.
Friends, do we know or not? Which is the case?
Both build the trembling hour
in humanity's face.
11
There's no constellation called "The Rider?"
Strange, because we are so much that pair:
earthly pride and one who sits astride her,
spurring, reining, whom that pride must bear.
Whipped, then halted: isn't this, by rights,
the sinewy nature of being's run?
Way and wending. But one squeeze unites.
New horizons. And the two are one.
Are they, though? Or are they both unable
to abide the path they have to share.
Tacitly, they're split by field and table.
And the constellations' lies are rough.
For a while, though, let's be glad we dare
to believe in figures. It's enough.
12
Hail to the spirit who can bind us;
for we live in figures, truth to say.
And by little steps, the clock reminds us
that it passes with our real day.
Never knowing our true place, if any,
we assume the real is what we share.
The antennae feel the antennae
and the empty vastnesses they bear.
Pure tension. The Powers' music lives!
And yet, every time, is not its stirring
off-linked by your busy laissez faire?
Even if the farmer works with care,
where the summer seed's change is occurring
he will never come to grasp. Earth gives.
13
Pear, banana, apple effloresce,
and gooseberry, also.... All these speak
life and death within the mouth...I guess....
Read them in a child on his cheek
when he tastes them. It comes from afar.
Do you find you're slowly growing mute?
Where words were, discoveries now are
flowing free, surprisingly, from fruit.
Venture saying what your apple's named--
and the sweetnesses, that first condense
in the taste that first arises softly,
to become transparent and untamed,
doubly meaning, native, earthy, lofty--
feeling, joy, experience--immense!
14
We go around with flower, fruit and vine.
They speak more than the language of the year.
Out of the dark, one colorfully grows near,
which has, perhaps, that certain jealous shine
the dead have, who keep earth from lying farrow.
How can we know them, from the role they play?
From time forgotten, it has been their way
to fertilize the soil with their own marrow.
One question: do they relish this pursuit?
Are fruits the work of slaves oppressed, who tersely
deliver them to their lords? Or, conversely,
are they the lords, who sleep next to the root,
with wealth so overflowing that they piss
away this thing from dumb strength and a kiss?
15
Wait...that tastes good.... It's already in flight.
...For music a tapping and humming, quite light....
Girls, you warm girls, you who are mute,
dance the taste of experienced fruit!
Dance the orange. Who can forget it;
how, drowned in itself, it will not yield to
its sweetness? It owns you now. You have let it
sweetly, deliciously, turn into you.
Dance the orange. Now spin out the warmer
landscape so ripeness streams in its home skies!
Uncover scent glowing, shelled, upon scent.
Build a relationship with the performer;
with the pure skin, which so chastely denies,
and with the juice, its delightful content.
16
You, my friend, are alone
because... With hand gestures and words, we
make the world our own gradually
perhaps the part most dangerous and failure-prone.
Who points a finger at smells?
Yet you feel many a threatening power.
You know the dead and you cower
away when you sense magic spells.
Now put together each piece, every part,
as if the parts and the pieces were all.
Helping you will be hard. In your heart,
don't plant me, above all. I would grow too tall.
My master's hand I just wish I could guide,
so I could say. "Here. It's Esau in his hide."
17
Deepest: the ancient and worn
root of all grown,
secret source everything born
has never known.
Helmet and hunting horn,
spell of a crone,
brother from brother torn,
women lutes own....
Bough presses down on bough
none of them free.
There's one! Rise higher now…
It breaks. But then one higher
in the tree, suddenly
turns to a lyre.
18
Lord, do you hear the new,
droning and quivering?
Here come the prophets, who
do the delivering.
No ear can be too good
with this hell raising.
Still, each machine part would
like to hear praising.
See the machines, the way
they waltz and wreak. It numbs
and makes us fail.
From us, their power comes.
Dispassionately, they
serve and travail.
19
Though the world changes as fast
as clouds unfold,
everything new falls at last
home to the old.
Your overture will yet range
freer and higher
over the way and the change,
God of the Lyre.
Pain we do not understand.
What love is, we cannot know.
And when we die, where we go,
we'll never guess.
Only the song over land
can fête and bless.
20
What shall I consecrate, lord, to you, say,
you who taught creatures their ear?
Memories of a spring sunset one day
in Russia --a stallion was near....
Across from the village a horse was revealed,
half-hobbled; tied by his front feet
He was alone on this night in this field.
Incredible, how his mane beat
on his neck, keeping time perfectly with
his spirit in that coarse-hemmed, galloping gait!
And how the wellsprings of his horse blood sprang!
He felt the vastness. He listened and sang.
In him was completed your cycle of myth.
His image I consecrate.
21
Spring's come again. And the earth is a child
who has learned all of her poems by heart...
many, oh, many.... She gets to run wild
as a reward for long study of art.
Her teacher was so unforgiving, it's true.
We liked his white beard, though, and--not to pose it--
if there's a question, what's green, or what's blue,
we can now answer, she knows it, she knows it!
Play with the children, free, lucky earth, now.
Happy earth, we want to catch you, somehow--
In the end, whoever's happiest swings it.
She learned so much from her teacher--how much:
everything pressing in roots, and, too, such
big long stems. She sings it, oh, yes, she sings it!
22
We are the driven. But
take time's step as but a
little thing next to what
always will stay.
Everything rushing, fast
makes itself late.
Only the things that last
first consecrate.
Oh, children: in the quest
for speed or flight,
don't waste your power.
Everything is at rest:
the darkness and the light,
the book and the flower.
23
Only the moment flight
isn't self-willful will
it rise in heaven's still
in self-sufficient light,
shining in clear profile,
like a tool that, indeed,
becomes the wind's lover, while
swinging surely at speed.
only when the pure "Where to?"
outweighs boys' pride in new,
waxing technology,
will (in the rush for the prize)
anyone far-reaching be
that alone which he flies.
24
Should we let our ancient friendship with the great gods lapse
because they discreetly will never reveal
themselves to our keenly honed steel--
or, at this point, should we seek them on maps?
These powerful friends, who still gather our dead,
long ago, somehow, stopped spinning our wheels.
Our baths and our banquets for them are long fled.
Their heralds, too slow now, we nip at the heels.
In one another becoming more lonely;
wholly dependent on others with empathy dimming,
we take the lovely meandering pathways no longer,
only the graded. The fire primeval burns only
in boilers now, heaving up hammers that grow ever stronger,
while we lose power and fade away, swimming.
25
But it's you I want now, you whom I knew
like an unnamable flower from days long gone by,
I recall once more and show them, you, stolen one, you,
beautiful playmate of the unsurpassable cry.
Dancer first, whose body, trembling, suddenly stopped,
as if your youth had been captured by art,
sorrowing, listening--till music dropped
from the Creator into your changed heart.
Sickness loomed. Marked for the shadow already and darkening,
your blood still grew lucid and leapt
up, briefly, into its natural spring.
Broken down by the darkness and rush more and more,
it shone out earthly, until, after horrible throbbing, it stepped
through the hopelessly open door.
26
But you, divine one, you who resounds to the last day:
then, when the maenads, rejected, in swarms, fell on you,
your beauty tuned out their cry with your order and grew,
from your destruction, your climaxing play.
None of them could destroy your head or lyre,
however desperately they'd wring and tear.
And, though they aimed at your heart, all the sharp stones
they'd fire,
you rendered soft when they hit you, and taught how to
hear.
Enchanted by rage, they destroyed you at last.
and yet your ringing in lions and rocks never ceases,
nor in the trees and the birds--for your song is still here.
Oh, you lost God! Track eternally vast!
Only because in the end evil ripped you to pieces,
have we become nature's mouth now, and ear.
II
1
Breath, you invisible verse!
Eternal recycler,
interchanging my own being with the pure universe,
counterweight in which I rhythmically occur.
Singular wave, it is me
whose ocean is your gradual maker.
You are the sparest possible sea,
space taker.
How many parts of your spaces
were once inside me? Many winds you've stirred
are like my daughters.
Do you know me, air, you, still full of my former places?
You, once the waters,
land and sky of my word.
2
Just as the working sheet on the near shelf
sometimes can capture the master's true line,
often the mirror will take for itself
a girl's smile, singular, sacred and fine,
when she explores in the morning, alone,
or in the glance of attendance by light.
And, later, just the reflection is thrown
back through her breath, to her actual sight.
What is the sight eyes have crossed
inside the fireplace's slow, sooty glow?
A glimpse of the life which forever is lost.
What earth once loved, who among us can know?
Only the praising tone still can recall,
singing, the heart in us all.
3
Mirror: nobody can give
adequate cause for your mime.
Like ringing holes of a sieve,
you fill the inbetween spaces of time.
You can still make empty halls disappear
when they fade out like the woods far away.
And, like a sixteen pointer, the chandelier
strays through you, where none can stay.
Sometimes you're filled with fine art works. A few
seem to have gone into you.
You shyly send others away.
But the most beautiful stay,
till at your chaste cheek will appear
Narcissus, at last, free and clear.
4
This is the animal that isn't there.
They didn't know it, and, in any case,
they loved his stride, his bearing, neck and face,
down to the quiet light within his stare.
He wasn't , true, but since they loved him, he
became the purest creature, with good grace.
They always gave him space, and in that space,
he tossed his head and hardly had to be.
To nourish him, they didn't feed him corn,
but only on the chance he would occur.
Because this gave him such fantastic strength,
he grew a horn out of his brow, at length,
and came white to a maiden here, lovelorn--
and was in mirror-silver and in her.
5
Flower-muscle, the anemone,
bit by bit unfolds her dawning bloom,
till the polyphonic light of the
ringing heavens pours into her womb
on the silent, blossomed star of muscle
which encompasses endless reception.
Fullness is so much its self-conception
that the call to rest can barely rustle
ends of petals which are opened wide,
when it's time to draw them back inside.
You're the sum and strength worlds died to leave.
We the violent, we can linger still.
In which of all lives, however, will
we be open, finally, and receive?
6
You, enthroned rose, were to those long ago a
calyx with one ring. But those days went.
You're the immeasurable bloom to us though, a
never-diminishing complement.
Inside your kingdom in clothes upon clothes, your
body seems nothing but fire;
and yet one petal is both, I suppose, your
nude and your purest attire.
For centuries, your fragrance called
out to us its sweetest name,
suddenly, aloft as glory.
But we don't know it, so guessing's our story....
We only freight you with names we've recalled,
words we have begged while our hours became.
7
Flowers, relations, at last, of the hands that arrange
(hands of the girls, from now and then),
lying on tables in gardens, you touch as you change,
wilting and tenderly wounded again,
waiting for water that once more will let you recover
from the beginnings of dying--and now,
propped up again by compassionate fingers, you hover
in between decked poles; better, somehow,
than had seemed likely, or you would have guessed,
when you again found yourselves in the jug;
gradually cooling and warm, like these girls, you confessed,
as if to wearying, dreary sins dug
out by their plucking--and yet, these empowered
you, again, with them; you somehow re-flowered.
8
In Memory of Egon von Rilke
You few, the playmates of childhood long ended,
in city gardens on hillside and knoll:
how we met, trembling, and were befriended,
and, like the lamb's speaking scroll,
silently spoke. When, together, we found
joy, it was no one's. Whose was it, then?
And how it passed away under the pound
of passing steps, and the long year's tears, when
wagons rolled strangely around us in parks.
Houses stood strong but unreal--and none
ever knew us. What was real, of it all?
None of it. Only balls. Only their heavenly arcs.
Not children, either...ah, but sometimes one,
in passing, stepped under an onrushing ball.
9
Judges, don't glory in your having banned
fetters, and shackling necks in your camp.
Nothing was lifted--no heart--by your hand.
Your mercy was only a reflex, a cramp.
Still time presents, still your scaffold destroys,
as children break yesteryear's birthday toys.
The god of true mercy would enter the gates of the heart,
open and pure, in a far different guise from the start.
He would come godlike and grip,
streaming gold light far and wide.
More than a wind for a big, smug ship.
No less than the soft and secret truth, which wins
us over silently inside
like a child quietly playing with eternal twins.
10
Everything's threatened, now that the machine wants to be
existent in spirit, and no longer merely in fact.
It cuts the stone stiffer for starker buildings so the
master hand's lovely vibrations no longer distract.
It never holds back, for fear that we might once avoid it.
Oiling itself in still factories, it's self-possessed.
It is life: it knows it's ordered and shaped and destroyed it,
as resolutely as it believes that it knows best.
Nonetheless, being to us is enchanted, beginning
hundreds of places in plays the pure powers set spinning,
none wander up to without kneeling down to in shock.
Words still go tenderly round its ineffable grace....
And music, ever new, builds, out of trembling rock,
a God-inhabited house in superfluous space.
11
Much of death's peaceful and well-ordered rule began
through your persistence in hunting, insatiable man.
Sail strip, hung once in cave-filled Karst, I know you yet
better than either the trap or the net.
They lowered you softly, like you were the symbol of peace.
But the Knave wrung your edge and the night
threw out a handful of pale doves from the cave's crease
tumbling into the light.
And yet that, too, is right.
If there's a breath of regret, don't let anyone hear it
not just the lone hunter, who fishes and delves,
living without a tomorrow.
Killing's a form of our wandering sorrow.
Blessed are those pure in spirit,
what so may chance to ourselves.
12
Want transformation. Oh, be fire-spirited, as when a thing
that metamorphosizes you returns.
The transforming spirit, the lord of the earthly, loves nothing
so much in the turn of the figure as that point it turns.
What steels itself to enduring is already frigid.
Does it feel safe in the shelter of nondescript gray?
Wait. In the distance, rigidity's warning the rigid.
Blow--hammer uprising, play!
If you can pour yourself out like a spring, you'll ascend
to the transcendant, and, spellbound, encompass creation,
which often ends at the start, as it starts at the end.
Every glad space is related to a separation,
you'll pass astounded. And Daphne, transmuted, since she's
turned to a laurel, wants you to turn over new leaves in the breeze
13
Put all departure behind you, as though you were casting
it as far off as the winter that passed.
For there's a winter which is so long-lasting,
that--overwintered--it makes your heart last.
Be dead forever in your Eurydice--rise, singing,
glorying in the pure chords which grow out of the void.
Here in this bent realm of swindling, be the glass ringing,
which, as it rings, is already destroyed.
Be--but know equally fully the non-being state,
ends of the endless ground in you where you oscillate,
so that you can fill it, once. And then, to the amount
of all the used up, as well as the musty and dumb,
nature has stockpiled--to all this unspeakable sum:
add yourself, jubilant, to it, and strike the whole count.
14
Look at the flowers, to the earthly so true.
We lend them fate from fate's pieces and bits.
But who knows that? If they rue their wilting, then it's
up to us to be their rue.
All want to hover. But we, going round with our burdens, endeavor
to lay it all on ourselves. We're enchanted by weight.
What terrible teachers we are for things, who celebrate
their happy childhood forever.
If we could take them to sleep within sleep,
the deep sleep of things, he would easily swim,
day by day differently, from this commingling deep.
Or maybe he'd stay, and they'd bloom in glory of him.
He'd stand converted, his family, revealed,
all of them hushed, in the wind of the field.
15
Oh, fountain mouth, you giver, oh, you grace,
who speaks the never-ending one, the pure...
you marble mask before the flowing face
of currents.... In the background is the hoar
original of aqueducts. From way
beyond the grave, they bring you what you say;
from the slope of the Apennines , which then
flows over into the vessel again,
in front of your chin, charcoal and antique.
This is the sleeping ear that's never shut,
the marble ear in which you always speak,
an ear of earth. She talks therefore with but
herself. Slip a jug in, sip what it cupped,
and it will seem to her you interrupt.
16
Though ripped open by us ever so
often, God is the place that heals.
We are sharp because we want to know
what He, scattered and serene, conceals.
Even sacred offerings we send,
He receives no differently
than those for which, unmoving, He
counterpoises the free end.
Only dead drink from our well
that we hear here,
when God nods to them, the drear.
We are offered only noise.
And the lamb begs for its bell
with instinctive, silent poise.
17
Where are the exotic fruits of consolation ripe?
In which forever blessed, well-watered garden? In which kind of tree?
From which tenderly exfoliated blossomed calyx (the precious type,
which you, perhaps, find one of in the trampled field of your poverty)?
Time after time, you're amazed at the size of the fruit,
and at how sound it is, how soft its peel.
And that the light sense of birds, nor the jealousy at the worm's root,
didn't deprive you of it, is astounding, you feel.
Can there be trees flocked with angels that grow
so strangely in gardens forbidden and slow,
that they're not ours, though you're one that one bears?
And, since we ripen and wither so fast, are we shadows and schemes
so unimportant we don't even trouble the summery dreams
of that serene, even temper of theirs?
18
Dancing girl--oh, you translation
of all that passes to motion--how you've brought it here.
For, in your whirling finale, your tree of creation,
didn't you compass the turn of the year?
Didn't it swarm so your last turn around it bloomed, forming,
suddenly, treetops of stillness? What pours
down? Is it sun? Isn't it summer, so warming,
that same incalculable warming of yours?
But it bore also, it bore the Ecstasy Tree.
Aren't these its peaceful fruits, the
jug ripening striped and the still riper vase?
And, of the images, does one still linger in place:
your brow's dark glance,
written a-rush in its own revolution, revolving its dance?
19
Currency lives somewhere, comfortably, in a deposit,
on trust with thousands. But any
blind- or beggarman, even to a penny,
is like a lost spot in the corner of the closet.
Currency makes itself at home in the shops. It is seen
in silks, carnations and furs.
But He, the silent one, stays in between
breaths of all currency which sleeps or stirs.
How can a hand always open, still close in the night?
Come morning, Fate holds it out again: bright,
miserable, endlessly passing away.
If only its worth could be grasped by a marveling seer,
it would be glorious. Only the singers can say.
Only the godly can hear.
20
How far between the stars, yet how much farther we must run
discovering what we are--
from a child, for example, to the next, other one--
how inconceivably far.
Maybe Fate measures us by being's span,
though we may think this a strange whim.
Think how many spans between a woman and a man,
when she shuns, and yet thinks of, him.
All is far--and the circle doesn't close.
Look in the plate on the neatly set table.
The fish face within is unique.
Fish are dumb...you used to think. Who knows?
But won't there be a place at last where someone will be able
to know what fish speech is, where fish don't speak?
21
Sing, my heart, gardens that nobody knows.
Sing those impalpable, clear, poured in glass.
Shiraz 's or Isfahan 's water and rose--
sing sacred gardens that none can surpass.
Show, my heart, that without you, they're not there.
Show they need you, to their ripening figs.
Show that they move with you, through blooming twigs,
like the face of risen air.
Don't make the mistake of believing
that wanting to be is your bane!
Silken thread, you're in the weaving.
Whatever images knit you in scenes
(even a glimpse of a lifetime of pain),
feel the whole glorious tapestry means.
22
In spite of Fate: oh, the divine overflowing
through which our Being foams over in parks--
or in the form of stone men, that aren't going
anywhere, and yet which spring portals' arcs.
Oh, the old bell, daily banging its gong
on the dull everyday, all the day long--
or Karnak 's column, the one,
outliving temples which nearly have outlived the sun.
Today the same overflows, now only rushing, race
out of the right-side-up golden day into night,
overwhelmed, blinded by light.
But each rush vanishes, leaving no trace.
Flight currents in the air, and those by whom they were wrought:
maybe none are in vain--but only as thought.
23
Call me to the only of your hours
which continuously goes astray.
Nearby, like a cornered dog, it cowers,
but yet always, once more, slips away
when you thought that it was finally caught.
Things that lose you like this are most yours.
We are free--dismissed from where we thought
we were being ushered in the doors.
Fearing, we ask only for a hold,
we, who're sometimes too young for the old,
and too old for that which never was.
We're right only when we praise, because,
ah, we are all of these: the ax and bough
and the danger sweetly ripened now.
24
Oh, the ever-new pleasure arising from loosening soil!
Nobody much helped adventurers who arrived first.
Cities rose, nevertheless, by the gulfs they traversed.
Nevertheless, jugs abounded with water and oil.
We first plot gods on the most daring lines.
Sullen Fate always destroys our designs.
But they're immortal, so we have to lend
our ears to those who hear us in the end.
We are one house through millennia, father and mother,
ever more full of another
child of the future, who shattered us once it outgrew us.
We, the eternally ventured, what time is our own?
Only to taciturn death are we known,
who, alone, knows what his interest is in lending to us.
25
Listen: already, you hear the first men
working with hoes; people's rhythm, again,
breaking the hard spring earth's still.
It seems the Coming does not savor ill
to you. What has been coming forever,
now returns to you anew.
Ever awaiting, you never
have taken it. It takes you.
At night, a foreshadowing brown is revealed
in leaves of the wintered oak trees,
and--sometimes--a sign in the breeze.
The bushes are black. But the piles of dung
lie as a more sated black in the field.
With every hour, the hour grows young.
26
How gripping is the cry of a bird--
or any cry that has ever been heard.
But children's cries, playing free to the sky,
already pass all the real cries by.
Cry "Havoc!" Children hammer their screams
into the gaps in between world space
(in which the whole bird cry passes apace,
as people pass into dreams).
Oh, where are we? Freer ever after,
like a kite with a broken string
we hunt on the wing,
wind-torn and bordering on laughter.
Singing God! Make waking criers deliver
your head and your lyre in a rush like a river.
27
Is there a Time the Destroyer, in fact?
When will he shatter the peaceful hill tower?
When will the Demiurge overpower
this heart, the gods always backed?
Is it true we are so terribly brittle
as Fate's inflexible will?
Does deep, sacred childhood come to so little?
Is it, to the root--later--still?
Ah, the ghost of the passing goes through
the blameless receivers anew,
like players through their scenes;
like Powers pass through us, the driven;
to those left, we're currency; given
validity, still, as gods' means.
28
Oh, come and go. You child, still, enhance
your dancing figure (if for an eye blink)
into a constellation of that dance
where we, in passing, can surpass our link
with dull, strict nature. For she was afforded
full hearing only at Orpheus' song.
You were the one from that time still transported
here, softly estranged, when a tree so long
reflected, to accompany your ear.
You knew the place, still, where the lyre rang clear,
resounding out from the unheard-of center.
And so you learned to fill your dance with feeling,
and hoped the way and aspect of your mentor
would make it, once, a ritual of healing.
29
Silent friend of all afar, still feel
how space still expands with every breath.
From the beams of gloomy belfries, peal
out yourself. That, which will be your death,
will grow strong on nourishment so fine.
Pass through transformation, to and fro.
What's the worst experience you know?
If your drink is bitter, turn to wine.
Be in night the magic power, who
forms the crossroads where your senses go;
be the sense in which they strangely jam.
When the earthly has forgotten you,
tell the still and silent earth: I flow.
To the rushing current, say: I am.
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